Lehr stuhl parade

2020

Möbeldesign im Wandel der Zeit

Jedes Jahrzehnt kann auf Möbel- und Interieur Design verweisen, das ganz typisch für diese Epoche war. Wer kennt sie nicht die Nierentische aus den 50-Jahren, Flokati Teppiche aus den 70ern oder der wegen seiner Schwülstigkeit in Verruf geratene Gelsenkirchener Barock der 1930-Jahre. Die Vorliebe für Retrodesign ist derzeit sehr beliebt und so finden sich viele aus der Mode gekommene Möbel plötzlich wieder im Rampenlicht.

Wohlstand wird präsentiert

Alt, überladen und kitschig lauteten viele Vorurteile gegenüber des Gelsenkirchener Barocks. Brokatstoffe, Häkeldeckchen und viel Design mit Blumenmuster waren seit den 30-Jahren des letzten Jahrhunderts in vielen deutschen Wohnzimmern zu finden. Am bekanntesten waren sicher die großen und mächtigen Wohnzimmerschränke und Buffets mit Glasvitrinen, die mit ihrer Üppigkeit für Eindruck sorgten. Gelsenkirchen war in den 1930er-Jahren eine reiche Industriestadt und die wuchtigen Schränke sollten den Wohlstand der Menschen zeigen. Funktionales Inneres gepaart mit einem repräsentativen Äußeren und schon hatte man ein unübersehbares Statussymbol. Ab den 50er-Jahren bekam der Gelsenkirchener Barock eine negative Bedeutung und die Menschen wandten sich klareren Formen zu. Heute steht der Begriff für biederes, altbackenes Interieur und schlechtem Geschmack, doch es gibt immer noch Fans dieses ausladenden Designs.

Orange und Braun dominieren die 70er-Jahre

Die vorherrschenden Farben in den 70er-Jahren waren sicherlich Orange und Braun. Dominante Vorhänge und Sofas in diesen Farben waren fast in jedem Haushalt in Deutschland zu dieser Zeit zu finden. Und natürlich Flokati-Teppiche, bei denen man Angst hatte, man könnte in ihnen versinken. In der Küche bei der Spüle klebten die beliebten Pril-Blumen und die Tapeten mit psychedelischen Mustern schmückten die Wände. Mit Farben hielt man sich in den 70ern nicht zurück, alles war grell und schrill. In der Mode mussten es Schlaghosen, überdimensionale Sonnenbrillen und Maxi-Kleider sein. Cocktailsessel mit breiter Sitzfläche und Loungemöbel in verschiedenen Designs prägten das Einrichtungsbild. Auf keinen Fall fehlen durfte im modernen Wohnzimmer der 70er eine Stereoanlage. Auch im obligatorischen Partykeller platziert, sorgte sie für Unterhaltungsmusik und gemütliches Beisammensein.

Leder und Edelstahl in den 90ern

LEDER UND EDELSTAHL IN DEN 90ERN
LEDER UND EDELSTAHL IN DEN 90ERN

In den 90er Jahren durfte in einer modern eingerichteten Wohnung eine schwarze Ledercouch mit Edelstahl oder Chrom nicht fehlen. Über die Bequemlichkeit konnte man oft streiten, doch schick sah das Teil auf jeden Fall aus. Im Arbeitszimmer war oft ein Bürostuhl aus schwarzem Leder mit gut gepolsterter Sitzfläche zu finden, der dafür sorgte, dass man es im Home-Office vor seinem Computer immer bequem hatte. Am Boden wurde strapazierfähiges Laminat verlegt, das den cleanen Schick noch mehr hervorhob. Die Möbel waren schlicht und funktional, strahlten aber dennoch viel Gemütlichkeit aus.

Lavalampen erlebten in den 1990er-Jahren ein Revival und setzten das Interieur ins rechte Licht. Statt der Stereoanlage standen in den Wohnzimmern nun coole HiFi Türme mit riesigen Boxen, die jede Musik im Raum noch präsenter erscheinen ließen. Wer seiner Lieblingsmusik unterwegs lauschen wollte, musste natürlich einen Ghettoblaster haben.

Retro-Schick ist wieder in und so manches von Oma entsorgtes Möbel findet einen neuen Platz. Gepaart mit modernem Interieur strahlen einzelne Vintage-Möbel einen einzigartigen Charme aus und sorgen für Gemütlichkeit im eigenen Heim.

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