Lehr stuhl parade

2020

Thonet Stuhl – der Klassiker aus Wien

Designer-Stühle gibt es viele, deren Namen weltweit bekannt sind. Einer der bekanntesten ist sicher der Thonet-Stuhl der Gebrüder Thonet aus Wien. Das Modell Nr. 14 zählt bis heute zu den bekanntesten und in größter Stückzahl produzierten Sitzmöbeln. Seit dem Jahr 1819 produziert das Unternehmen Wohn- und Objekt in höchster Qualität. Forum, Funktion und Ästhetik steht bei allen Thonet-Möbeln im Mittelpunkt.

Firmengründer Michael Thonet entwickelte 1859 den Stuhl Nr. 14, der als Wiener Kaffeehausstuhl in die Geschichte eingehen sollte. Durch das von Thonet neu angewandte Verfahren des Biegens von massivem Buchenholz konnte erstmals ein Sessel industriell erzeugt werden. Diese sogenannte Bugholztechnik brachte viele Vorteile mit sich: die Kosten konnten auf diese Weise gesenkt werden, die Reproduzierbarkeit konnte auch durch angelernte Hilfskräfte erfolgen, es gab kaum Holzabfälle und somit gab es eine klare Materialersparnis, die Produktionszeiten waren kürzer und somit konnte auch der Verkaufspreis niedrig gehalten werden. Aufgrund der stabilen Konstruktion, der Neuartigkeit und der Formschönheit wurde der Sessel schnell weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt.

Innbegriff des Kaffeehausstuhls

Der Thonet Stuhl Modell Nr. 14 mit seiner geschwungenen Rückenlehne ist das bekannteste Beispiel eines Wiener Designmöbels. Die Rückenlehne die nur aus zwei Bögen besteht ist das Paradebeispiel des Unternehmens für Bugholzmöbel. Früher wurden Stühle traditionell durch Sägen, Schnitzen oder Hobeln aus einem ganzen Holzblock hergestellt, doch Thonet setzte das Biegen, also die Verformung des starren Holzes ein, um ein Sitzmöbel zu kreieren.

Innbegriff des Kaffeehausstuhls

Thonet was zu dieser Zeit der einzige Tischler in Wien, der diese Technik anwandte, alle anderen der rund 2400 Tischlerwerkstätten in Wien bevorzugten einen handwerklich aufwendigeren Stil, um überladene Historismus Möbel zu erzeugen. Seine Technik das Holz mittels Wasserdampf zu verformen, ohne das es reißt oder bricht, entstand durch viel Experimentieren von Thonet.

In diesem Jahr feiert das Modell Nr. 14 seinen 161. Geburtstag und immer noch genauso beliebt. Es gibt in Wien sogar noch Traditions-Kaffeehäuser in denen man immer noch auf Thonet-Stühlen sitzen kann. Berühmte österreichische Architekten, wie Adolf Loos und Otto Wagner, entwarfen ebenfalls Modelle für Thonet. Egal, ob ein altes Wiener Kaffeehaus oder eine moderne Wohnung, der Thonet Stuhl findet überall seine Anhänger und passt sich perfekt in jedes Ambiente ein.

Design Ausstellung in Wien und München

Im letzten Jahr feierte das Unternehmen Thonet sein 200-jähriges Bestehen. Grund genug für das MAK – das Museum für Angewandte Kunst – in Wien eine Ausstellung zu Thonet und dem modernen Möbeldesign zu gestalten. Die Ausstellung mit dem “Bugholz, vielschichtig”, die noch bis 13. April 2020 zu sehen ist, zeigt die weltbekannten Bugholzmöbel im zeitgenössischen, technologischen, ästhetischen und historischen Kontext. Rund 240 Exponate stellt die Ausstellung in Vergleichsgruppen zusammen und zeigt Parallelen auf.

Bis zum 6. Juni 2010 kann die Ausstellung „Thonet und Design“ in der Pinakothek der Moderne in München besichtigt werden. Die Ausstellung zeigt den Weg vom Einmannbetrieb hin zum globalen Unternehmen. In dieser Ausstellung können des Weiteren wegweisende Entwürfe moderner Designer besichtigt werden. Gestaltet wurde die Ausstellung vom Münchner Designer Steffen Kehrle, der ebenfalls einen Sessel für die Sammlung entworfen hat.

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